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BonnGoût: Urbane Brasserie mit französischem Charme
Nach längerer Schließung wurde das BonnGoût im vergangenen Herbst renoviert und neu eröffnet. Seitdem waren wir dreimal dort – meist im Zusammenhang mit Konzert- oder Kinobesuchen in der Innenstadt – und jedes Mal mit einem sehr guten Eindruck. Das Haus versteht sich als urbane Brasserie mit französischem Fundament.
Auf der Karte stehen Klassiker wie Zwiebelsuppe, Flammkuchen, Crêpe Suzette sowie Gerichte wie Coq au Vin oder Boeuf Bourguignon, ergänzt durch einige modernere Positionen. Diese Mischung wirkt stimmig und alltagstauglich, ohne beliebig zu sein. Der Gastraum verteilt sich auf zwei Ebenen.
Unten sitzt man an Tischen und in Sitznischen, oben gibt es weitere Plätze; von dort blickt man auf den Remigiusplatz. Insgesamt bietet das Restaurant ordentlich Raum, ist meist gut besucht und entsprechend lebhaft. Reservierung ist empfehlenswert.
Die französische Zwiebelsuppe (12 €) kommt kräftig, klar und aromatisch an den Tisch. Die Zwiebeln sind spürbar karamellisiert, die Brühe hat Substanz. Eine mit Gruyère überbackene Baguettescheibe liegt auf.
Angesichts der eher überschaubaren Portion ist der Preis ambitioniert, handwerklich und geschmacklich jedoch gerechtfertigt. Besonders überzeugend sind die Flammkuchen (15–17 €). Der Teig ist dünn und knusprig, die Portionen großzügig.
Ob klassisch elsässisch mit Speck und Zwiebeln oder in Varianten mit Rucola und Schinken oder Lachs – sie sind reichhaltig belegt und machen schlicht Appetit. Nicht immer kommen sie maximal heiß an den Tisch oder kühlen rasch aus, geschmacklich bleiben sie aber auf sehr gutem Niveau. Für eine Innenstadtlage ist das Preis-Leistungs-Verhältnis hier erfreulich fair.
Zum Dessert hatten wir unter anderem eine Crêpe Suzette (12 €). Sie wird nicht am Tisch flambiert, sondern fertig serviert, mit deutlich wahrnehmbarer Orangensauce und Vanilleeis als kühlem Kontrast. Ein klassisches Dessert, gut umgesetzt und eine schöne Alternative zu den üblichen Standard-Nachspeisen vieler Innenstadtlokale.
Die Waffel mit heißen Kirschen und Vanilleeis ist ebenfalls gut, aber weniger eigenständig. Der Service arbeitet aufmerksam und professionell. Die Abläufe sind zügig organisiert, ohne Hektik zu vermitteln – bei einem unserer Besuche wurden drei Gänge in rund 70 Minuten serviert, was uns zeitlich sehr entgegenkam.
Gleichzeitig kann man problemlos länger sitzen bleiben. Kartenzahlung funktioniert anstandslos. Angeboten wird gefiltertes Tafelwasser statt Flaschenware.
Die Weinkarte ist interessant bestückt, etwa mit einem guten Cabernet oder einem Sauvignon Blanc aus Neuseeland, preislich eher innenstadttypisch kalkuliert. Das BonnGoût kann, aber muss nicht als Hauptakteur des Abends auftreten – und genau darin liegt seine Stärke. Es lässt sich unkompliziert mit anderen Programmpunkten kombinieren und bietet dabei eine handwerklich überzeugende Küche mit französischem Einschlag in lebhafter, urbaner Atmosphäre.
Für uns ist es ein fester Anlaufpunkt in der Innenstadt.
- Zwiebelsuppe8
- Flammkuchen9
- Teig9