1
City Kebab: Ein kulinarisches Desaster
Ich betrat City Kebab voller Hunger und Lebensfreude. Ich verließ es als anderer Mensch: älter, gebrochener und mit leichtem Zittern in der Stimme. Der Döner lag vor mir wie ein Relikt aus einer fernen, geschmacklosen Zivilisation.
Das Fleisch war so trocken, dass ich kurz dachte, jemand hätte mir ein Stück Mondgestein ins Brot gelegt. Die Soße… mein Gott, die Soße. Sie schmeckte wie der traurige Versuch eines Joghurts, Farbe zu werden.
Und der Salat? Wenn Resignation eine Textur hätte, dann wäre es dieser Salat. Ich hätte schwören können, er hat gestöhnt, als ich ihn ansah.
Die Pommes waren eine Liebeserklärung an die Tiefkühltruhe – eisig kalt, ohne Emotion, aber immerhin existent. Ich tunkte eine in die Soße. Jetzt ist sie vermutlich tot.
Der Mann hinterm Tresen blickte mich an, als wäre ich der Grund, warum der Döner keine Freude mehr empfinden kann. Als ich nach einer Serviette fragte, hat er mir einfach wortlos in die Seele geschaut. Zwei Stunden später vibrierte mein Bauch, als würde dort ein kleiner Waschmaschinen-Dämon seinen Abschlussball feiern.
Ambiente: 2 Sterne, weil es da tatsächlich einen Spielautomaten gab. Ich habe nichts gewonnen, aber der Automat hat wenigstens Licht und Hoffnung ausgestrahlt – im Gegensatz zu meinem Teller. Fazit: City Kebab ist kein Ort zum Essen.
Es ist ein metaphysisches Erlebnis zwischen Schmerz, Staunen und Magenkrampf. Ein Ort, an dem Träume gegrillt, Soßen geopfert und Geschmacksnerven gebrochen werden. Wer Mut hat, geht hin.
Wer Verstand hat, bleibt fern.
- Spielautomaten7
- Döner1
- Fleisch1
- Soße1