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Enttäuschendes Rodizio-Erlebnis
Wir besuchten das Lokal an einem Samstagabend im Rahmen eines Wochenendtrips, um Rodizio zu essen. Es ist wichtig zu erwähnen, dass das Lokal auch "a la carte" anbietet, was meiner Meinung nach zu erheblichen Problemen in den internen Abläufen führt. Wir sind im Rodizio-Bereich keine Neulinge und definitiv Besseres gewohnt.
Wir betraten das Lokal gegen 19 Uhr. Das Ambiente war echt schön und gemütlich. Die Begrüßung fand gefühlt nicht statt, sie war absolut kalt und trocken.
Die Auslastung war zu diesem Zeitpunkt bereits relativ hoch. Der Kellner brachte uns zu einem großen 2-Personen-Tisch mit einer gemütlichen Sitzgelegenheit. Danach passierte erstmal 15 Minuten nichts.
Derselbe Kellner kam dann wieder, knallte einen Gruß aus der Küche auf den Tisch, fragte hektisch nach der Getränkebestellung und verschwand wieder. Hätten wir nicht von uns aus darauf hingewiesen, dass wir gerne Rodizio essen würden, hätte dies bis zur nächsten "Besuchsrunde" durch den Kellner warten müssen. Im nächsten Moment standen zwei große Teller vor uns mit den Worten "Gehen Sie erst zum Salatbuffet".
Das Salatbuffet war echt super ansprechend, mit einer wirklich großen Auswahl an Zutaten und Soßen. Wir machten uns dann mit unserem Vorspeisenteller auf den Weg zurück zum Tisch. Kaum saßen wir richtig, lagen schon zwei Fleischstücke auf unserem Teller, ohne Ansage oder Sonstiges.
Wenn ich mich beim Salat befinde, sollte jedem Kellner klar sein, dass dies die Vorspeise darstellt. Nachdem wir den Salatteller aufgegessen hatten, kamen dann unsere bestellten Getränke. Dies war ziemlich genau eine halbe Stunde nach Betreten des Lokals.
Das Beilagenbuffet wirkte eher geplündert als lecker und frisch. Es bestand aus "fettigen" Bratkartoffeln, einer Gemüsepfanne "Allerlei", gebratenen Champignons mit Zwiebeln, gebratenen Bohnen, einem Nudelauflauf mit undefinierter roter Soße sowie einem Kartoffelgratin – das war das Grundlegende an Beilagen. Normale Pommes Frites waren hier wohl schon zu viel des Guten.
Ebenso standen dort völlig tot-frittierte Calamares-Ringe daneben. Die Soßenauswahl war sehr überschaubar: Ketchup, Mayo und Senf gab es in Tütchen am Buffet. Für das Rodizio wurde noch eine Flasche der Haus-Barbecue-Soße auf den Tisch gestellt.
Das war's. Die Flasche der Haus-Soße war zudem absolut schmierig und versifft. Wir nahmen uns von jedem ein bisschen, um uns durchzuprobieren.
Hierbei ist zu erwähnen, dass wirklich alle Beilagen nur noch minimal warm waren. Die ersten 15 Minuten am Tisch funktionierte das Rodizio auch perfekt. Wir bekamen ca.
5 verschiedene Fleischzuschnitte auf unseren Teller (die Kellner wirkten absolut gestresst und die Freundlichkeit ließ sehr zu wünschen übrig). Danach lief allerdings nichts mehr ohne Nachfrage. Von den in der Karte angepriesenen 10 bis 12 Fleisch-Variationen wurden uns 6 oder 7 serviert, davon die letzten zwei auch nur auf Nachfrage.
Das Beilagenbuffet war stets leer und es wurde nichts nachgefüllt. Zur Nachspeise gab es aus dem Dessert-Kühlschrank Schoko- und Vanillepudding, kalte "Creme Brulett" sowie irgendetwas, das im Bereich "Tiramisu" einzuordnen wäre. Kein Eis, kein Obst, nichts dergleichen.
Fazit: Für 36, 50 € p. P. Ohne Getränke ganz schön frech bei dem, was geboten wird.
Hier finden sich auch kaum Einheimische wieder. Das Restaurant liegt im versifften Seiten-Eingangsbereich des Bahnhofskomplexes mit Spielhalle, Kneipe und Diskothek. Schnell vom Bahnhof und allen umliegenden Hotels erreichbar.
Vermutlich ist das auch der Grund ("Oh, ein Rodizio, lass das mal ausprobieren"), warum hier wirklich immer noch relativ viel los ist. Wer aber einmal da war, kommt – zumindest für's Rodizio – zu 99% kein zweites Mal. Schade.
Für knappe 100 € für zwei Personen mit zwei Softgetränken und zwei Bieren kann man durchaus besser essen gehen.
- Ambiente8
- Salatbuffet9
- Begrüßung1
- Service2
- Getränkebestellung2