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Enttäuschung nach jahrelanger Treue
Ich war früher Stammgast im China Restaurant Phönix. Als halbchinesische Person erinnert mich das Essen an Zuhause, und ich mochte die Atmosphäre als ruhigen Ort zum Arbeiten, wo ich 45 Minuten lang tiefgehende Arbeit verrichten konnte, bevor ich mich mit einem Teller Essen belohnte. Das Buffet ist für ein Studentenbudget etwas teuer, aber ich habe es mir etwa alle sechs Wochen als Belohnung gegönnt, besonders wenn ich ein großes Projekt zu bearbeiten hatte.
Bei meinem letzten Besuch hörte ich zufällig, wie die Kellner auf Chinesisch über mich tuschelten und sagten, ich „esse immer zu viel“. Ich nehme an, drei Teller Essen über drei Stunden sind mehr als der Durchschnitt, aber es tat trotzdem weh, sie tuscheln zu hören. Ich tat es als Klatsch ab, da Klatsch in der Gastronomie ein beliebtes Zeitvertreib sein kann, aber dann hörte ich, wie sie darüber sprachen, dass ich auch nie Getränke kaufe.
Das stimmt zwar, aber normalerweise liegt es daran, dass ich die übermäßig salzigen oder öligen Speisen nicht wähle, also habe ich keinen Durst genug, um eines zu bestellen. Doch als ich das letzte Mal dort war, nachdem ich sie tuscheln gehört hatte und gerade als ich mir das Essen auf den Teller legte, sagten sie mir, dass Getränke nicht optional, sondern ein Muss seien. Das war das erste Mal, dass ich von dieser Regelung hörte, und ich fand es sehr seltsam, dass sie mir das genau in diesem Moment sagten.
Aus ihrem Getuschel wusste ich, dass sie mich erkannten, und es fühlte sich an, als würden sie mich gezielt ansprechen. Ich bat um das billigste Getränk, aber egal wie ich es formulierte, sie schienen es nicht zu verstehen. Am Ende bekam ich ein kleines Glas Sprudelwasser mit Zitrone, das 4, 20 Euro kostete, fast ein Drittel des Buffetpreises.
Ich denke seit einer Woche darüber nach, und es hat mich wirklich beschäftigt. Ich verstehe, dass Getränke in Deutschland eine Haupteinnahmequelle sein mögen, aber die Art und Weise, wie dies gehandhabt wurde – vom Getuschel, der plötzlichen „obligatorischen“ Regel, der Misskommunikation bis hin zum überteuerten Wasser – hat das Erlebnis für mich komplett ruiniert. Das China Restaurant Phönix war wie eine kleine sichere Zuflucht, wo ich einen Hauch von Heimat schmecken konnte, aber jetzt fühle ich mich schikaniert und werde nicht mehr zurückkehren.
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