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Solide Brauhaus-Küche mit modernem Touch
Der Elefant liegt zentral in einem alten Brauhaus in der Bonner Innenstadt. Vor einer Veranstaltung wollten wir dort noch etwas essen und hatten unkompliziert über die Homepage reserviert. Beim Betreten wurden wir empfangen und an unseren Tisch geführt; ein Namenskärtchen lag bereits bereit, inklusive zeitlichem Puffer vor unserer eigentlichen Reservierungszeit.
Man merkt schnell: Die Abläufe sind eingespielt und professionell organisiert. Atmosphärisch ist der Elefant kein klassisch-uriges Brauhaus mit dunklem Holz und Schwere, sondern modern interpretiert. Viele Tische, eine lebhafte Grundlautstärke und ein angenehm urban-gemischtes Publikum prägen den Raum.
Paare, Freunde, Laufkundschaft und auch Touristen kommen hier zusammen. Vor allem am Abend empfiehlt sich eine Reservierung. Die Karte spannt einen weiten Bogen zwischen rheinischer Heimatküche, Steakhouse-Gerichten und urbanen Positionen wie Burger oder Pasta.
Diese Bandbreite wirkt innenstadttypisch und anschlussfähig – breit aber noch nicht beliebig. Vorab teilten wir uns das Rindertatar (19, 90 €). Es kam grob gewolft, mit Eigelb sowie Kapern, Gürkchen, Zwiebeln und verschiedenen Begleitern angerichtet.
Das Fleisch war eher neutral abgeschmeckt; der Gedanke dahinter ist klar: Man setzt sich seinen eigenen geschmacklichen Schwerpunkt. Insgesamt ein solides und sauber präsentiertes Gericht. Als Hauptgang wählte ich die Kohlroulade „Meisterstück“ (24, 90 €) mit Kartoffelstampf, dunkler Bratensauce und Speckchip.
Die Roulade wirkte kompakt, die Füllung bissfest und handwerklich ordentlich verarbeitet. Das Püree war stimmig, die Sauce dunkel und kräftig gebunden, jedoch ohne besondere Tiefe. Die Portion blieb relativ überschaubar.
Insgesamt ein solider Treffer, aber kein Funke sprang über. Deutlich stärker präsentierte sich der Flammlachs-Burger (23, 90 €). Zwei saftig gegarte Lachsstücke im Kürbiskern-Bun, dazu Honig-Senf-Dill-Sauce, Rucola und eingelegte Gürkchen.
Besonders überzeugend waren die Fritten: unregelmäßig geschnitten, schön gebräunt und handwerklich gemacht. Ein rundes, sehr gelungenes Gericht, das wir beim nächsten Besuch sicher wieder bestellen würden. Zum Dessert entschieden wir uns für Käsekuchen (5, 40 €) und Zwetschgenkuchen mit Streuseln (5, 60 €).
Beide Stücke waren großzügig geschnitten und geschmacklich überzeugend, die Zwetschgen süß und der Käsekuchen mit Zitronennote. Während andere Desserts der Karte eher innenstadttypisch margenoptimiert kalkuliert sind, wirken die Kuchen wie eine sehr gute Alternative. Der Service arbeitete ausgesprochen zügig und professionell, ohne dabei Hektik zu vermitteln.
Drei Gänge in rund 70 Minuten waren problemlos möglich – gleichzeitig hätte man ebenso gut länger sitzen bleiben können. Man spürt zwar, dass der Elefant auf Durchsatz ausgelegt ist aber es büßt dabei weder an Professionalität noch an Freundlichkeit ein. Unterm Strich sind wir bei guten vier Sternen.
Der Elefant ist eine lebhafte, gut geführte Adresse in zentraler Lage mit klarer organisatorischer Stärke und einzelnen sehr überzeugenden Gerichten. Mit einer etwas anderen Wahl beim Hauptgang ist beim nächsten Besuch durchaus noch Luft nach oben – wir kommen sicher wieder.
- Flammlachs-Burger9
- Fritten9
- Käsekuchen8