2
Enttäuschendes Erlebnis in einem vermeintlich Top-Restaurant
Wir wurden nach kurzer Wartezeit zu unserem reservierten Tisch begleitet. Bis die Menükarte gebracht und die zusätzlichen Gerichte benannt wurden, verging einige Zeit. Bis dahin servierte man Wasser und kam mit der Getränkekarte.
Der Gruß der Küche fiel mit Brot, Olivenöl (wenn auch sehr gutem) und Ibericoschinken eher rustikal denn raffiniert aus. Eine der beiden Vorspeisen wurde nicht von der Karte gewählt, sondern als vom Service bezeichneter Thuntatar mit Burrata. Auf ca 2 Esslöffeln Kartoffelstampf wären größere Thunfischwürfel, auf diesen etwas Burrata oder näher Stracciatella, garniert mit Datteltomatenhälften und Erdbeerstücken.
Dies war geschmacklich völlig neutral (weder Würze, Säure oder irgend etwas) und in der Kombination bezüglich Aromen und Texturen absolut unbegreiflich und geradezu unüberlegt. Nach der kritischen Rückmeldung wurde die Vorspeise von mir zurück geschickt, ein Angebot einer Alternative erfolgte nicht. Wenigstens wurde das Gericht nicht berechnet.
Die Hauptgerichte waren Sardisches Milchlammfilet mit Kräuterkruste und Gemüse der Saison und ein Rinderfilet Medium mit Barolo Jus und getrüffelter Pasta. Das Milchlamm bestand aus drei Stück Fleisch, statt Kräuterkruste eine gräuliche Färbung und keine Krustentextur, bzw. Hatte diese sich bereits in eine weiche Masse verwandelt.
Innen durchgebraten statt zartrosa. Dazu eine Kugel Kartoffel Stampf, kam bekannt vor, und als saisonales Gemüse, eine halbe Möhre, ein Stück lila Blumenkohl und etwas Spitzkohl Gemüse. Für den Monat Juni und ein Edel Restaurant auf diesem Niveau, Gaststättenniveau- eine herbe Enttäuschung.
Das Rinderfilet war an der Grenze zum Well done, der Barolojus geschmacklich eher flach. Keine Spur von einer kräftigen Rotwein Sauce, deren Geschmack die konzentrierten Aromen der stundenlangen Reduktion ausmacht. Die Gemüsebeilagen bestanden aus einer Dattel Tomate und einem Stück lila Blumenkohl.
Einzig die Pasta war heiß, sehr schön mit Trüffelspänen versehen. Die Weine, mit Glaspreisen von über 14 € für den Hauswein, waren sehr gut. Das Dessert, eine Mocca Creme brûlée, Kam wieder mit einer Bereits aus den vorherigen Gängen bekannten Dekoration daher, nämlich einer getrockneten Orangenscheibe.
In Restaurants dieser Preisklasse wären neben der Crème brûlée noch ein oder zwei andere Cremes/ Sorbets oder Petit Four auf der Platte gewesen, hier beschränkte man sich auf eine kleine Portion mit etwas Obst. Für einen stolzen Preis. Insgesamt war das Essen in dem Restaurant, was für viele als eines von Darmstadts Besten gilt, eine absolute Enttäuschung.
Die Schilder am Eingang, die auf frühere Qualitätssiegel verweisen, sind der gestern erlebten Qualität nicht mehr angemessen.
- Pasta8
- Weine8
- Thuntatar mit Burrata2
- Vorspeise3
- Milchlammfilet2