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Hohe Ansprüche an die Küche, aber Service ausbaufähig
Mein Erlebnis im Theodor’s am Zweiten Weihnachtstag war geprägt von einem Gala-Menü für 199€. Da die Gäste gleichzeitig ankamen, mussten wir zunächst im kleinen Empfangsraum warten, bis unsere Mäntel abgegeben waren – glücklicherweise bei trockenem Wetter. Zum Empfang gab es ein Glas Bollinger, das vom Service kommentarlos serviert wurde, aber geschmacklich gut war.
Auf dem puristisch gedeckten Tisch lag das Menü, dessen Inhalt vorab nicht bekannt war. Dies war umso überraschender, da wir bei der telefonischen Reservierung gebeten wurden, einen Wein von der Online-Weinkarte auszusuchen, um diesen vorbereiten zu können. Diese Vorgehensweise wiederholte sich nach der Bestellung des Weißweins zu den ersten Gängen, mit dem Hinweis, man könne sonst nicht garantieren, den gewünschten Rotwein zum Hauptgang zu bekommen.
Dies setzte uns unter einen unschönen Druck, einen Rotwein "reservieren" zu müssen. Es gab keine Weinempfehlungen vom Service und keinen Sommelier. Das Essen selbst war auf hohem Kochniveau: Die Amuse Gueules waren sehr gelungen und die ersten Gänge kunstvoll arrangiert.
Die Gänge mit Gänseleberplättchen und Agnolotti mit schwarzem Trüffel waren winterlich und kräftig, wobei der schwarze Trüffel nicht sehr ausdrucksstark war (weißer Trüffel wurde gegen Aufpreis angeboten). Danach folgten zwei leichte Gerichte: St. Pierre mit Grapefruit und Tigergarnele mit Anissud, beides sehr gut, vielleicht etwas zu sommerlich. Hier wäre eine Weinbegleitung oder Empfehlung nützlich gewesen, da die Menükomposition dies nicht leicht machte.
Der Hauptgang, Hirschcrepinette, ließ nichts zu wünschen übrig und war sehr gelungen. Als Vordessert gab es Brombeereis und eine geeiste Boule von Fromage blanc und Quitte schloss das Menü ab. Für ein Wintermenü gab es mir persönlich etwas zu viele geeiste Elemente, aber das ist Geschmackssache.
Leider konnte der Service keine Fragen zum Menü beantworten und musste immer wieder nachfragen. Insgesamt waren wir mit dem Essen sehr zufrieden, doch der Abend wurde durch eine Uneinigkeit über die Menge des getrunkenen Wassers getrübt, das als gesprudeltes Tafelwasser in Karaffen für 9, 50€ serviert wurde. Fazit: Eine Küche mit hohen Ansprüchen, aber einem Service, der noch sehr ausbaufähig ist.
Angesichts der recht hohen Preise, auch für die angebotenen Weine, sollte hier besonders im Service noch nachgearbeitet werden.
- Gala-Menü8
- Amuse Gueules9
- erste Gänge8
- Service3
- Weinempfehlungen3
- Sommelier3