1
Hohe Erwartungen, wenig Substanz
Das Markmanns verspricht viel, scheitert aber an seinen eigenen AnsprĂŒchen. Das Restaurant versteht sich als gehobene Gastronomie, und genau daran lieĂen wir unseren Besuch messen. Wir kamen auf Empfehlung und mit entsprechenden Erwartungen.
Zum Essen: Die Vorspeisen, wie die frittierten BĂ€llchen, waren geschmacklich bemerkenswert belanglos und erinnerten eher an Fast Food als an ein Restaurant dieser Preisklasse. Das Tatar war das einzige halbwegs Positive: Das Fleisch selbst war gut abgeschmeckt und das Röstbrot passend. Leider wurde der Eigengeschmack durch karamellisierte NĂŒsse und Nussbutter ĂŒberlagert.
Im Hauptgang entschieden wir uns fĂŒr Steaks. Die Dekoration auf dem Teller wirkte wie ein Relikt aus vergangenen Jahrzehnten. Die Erwartungen an das Fleisch wurden nicht erfĂŒllt; der empfohlene Garpunkt âmedium rareâ war bei mehreren Steaks klar verfehlt.
Sobald das Fleisch abkĂŒhlte, wurde es zĂ€h. Die Beilagen wie fermentierte Zitrone, Chili-Marmelade, Coleslaw und HĂŒttenkĂ€se erschienen beliebig und teils unlogisch. Die Empfehlung, das Steak ungewĂŒrzt zu probieren, widersprach den gleichzeitig servierten, stark ĂŒbertĂŒnchenden Saucen.
Das eigentliche Highlight war ĂŒberraschenderweise das Salatdressing. Nachbestellungen von Beilagen waren mit erheblicher Wartezeit verbunden. Die Desserts waren ĂŒberzuckert und handwerklich lieblos.
Zu den GetrĂ€nken: Der Aperitif, ein langweiliger Gin Tonic mit Sirup, enttĂ€uschte bereits. Die Weinkarte wirkte wie eine Restpostenliste mit einfachen Standardweinen, die eines âbesonderenâ Essens nicht wĂŒrdig waren. Zum Gesamterlebnis: Der Blick fĂŒrs Detail fehlte vollstĂ€ndig: unpassende GlĂ€ser, minderwertiges Besteck und Porzellanplatten mit Teelicht-Rechauds fĂŒr hochwertige Steaks.
Das Ambiente trug nicht zum WohlfĂŒhlen bei: hohe GerĂ€uschkulisse, kein erkennbares Lichtkonzept, geschmacklose Dekoration und Mobiliar. Die Speisekarten waren in Klarsichtfolien-Mappen gereicht. FĂŒr die aufgerufene Preisklasse war dieses Inventar unwĂŒrdig.
Die Art des EigentĂŒmers empfanden wir als taktlos und störend. Die zahlreichen Verkaufsversprechen bauten Erwartungen auf, die das Essen nicht erfĂŒllte. Die Verkaufstaktik, stets anzubieten, ânoch etwas machen oder bringenâ zu können, hinterlieĂ einen schĂ€bigen Beigeschmack.
Fazit: Hohe Preise (ca. 30 ⏠Vorspeise, 50â120 ⏠Hauptgang) und groĂe AnkĂŒndigungen bei wenig Substanz. Das Markmanns ist eine Beleidigung fĂŒr die gehobene Gastronomie.
Wir empfehlen es nicht und raten klar von einem Besuch ab, sofern man noch Wert auf Geschmack legt.
- Vorspeisen2
- Steaks3
- Beilagen3