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Hohe Erwartungen, enttäuschender Service
Man geht natürlich mit einer gewissen Erwartungshaltung zu Nelson Müller, schließlich wirbt der Koch regelmäßig mit seinem Michelin-Stern und seiner starken Fernsehpräsenz. Dass ein solcher Abend dann auch etwas teurer wird, ist völlig in Ordnung, wenn dann aber auch Qualität und Erlebnis stimmen. Der erste Eindruck war tatsächlich sehr positiv: ein schönes, modernes Ambiente mit gedämpfter Atmosphäre, dunklen Farben und offener Küche.
Alles wirkt modern, stilvoll und gemütlich. Leider begann der Abend dann schon beim Aperitif äußerst enttäuschend. Wir bestellten Gin Tonic, der völlig schal und ohne jegliche Kohlensäure serviert wurde.
Nach einem freundlichen Hinweis bekamen wir neue, die allerdings exakt genauso schal waren. Nach nochmaligem freundlichen Hinweis erhielten wir nicht etwa frische Drinks, sondern lediglich eine 200ml-Flasche-Tonic, die wir uns selbst auf drei völlig abgestandene Gläser aufteilen sollten. Gerade bei einem so einfachen Getränk sollte man im Service doch schon beim Einschenken merken, dass der Tonic komplett ohne jeglichen Sprudel ist – insbesondere nachdem der Gast bereits mehrfach darauf hingewiesen hat.
Den zweiten Gin Tonic habe ich dann gar nicht mehr getrunken. Das Glas stand dann jedoch den gesamten Abend deutlich sichtbar ganz am Rand des Tisches, von mir weggeschoben in Richtung Service. Trotzdem wurde weder nachgefragt, ob weiterhin etwas nicht stimme, noch ob man das Getränk vielleicht abräumen möchte oder etwas anderes bringen kann.
Unser Tisch wurde danach vielmehr gemieden und es kam zwischendurch auch keinerlei Nachfrage, ob beim Essen alles in Ordnung sei. Ein solcher Umgang entspricht leider überhaupt nicht dem Service, den man bei diesem Anspruch und Preisniveau erwarten würde und man anderswo gewöhnt ist. Die Vorspeisen waren sehr gut, aber aus meiner Sicht auch einfach dem Preis entsprechend.
Das Schnitzel war leider ungesalzen und dadurch fad, mit Nachsalzen war es dann in Ordnung, aber mehr auch nicht. Beim Steak wurde die Garstufe nicht erfragt und es kam dann ziemlich rare, geschmacklich gut aber für 49€ auch wirklich sehr klein. Zwei weitere Gerichte am Tisch waren äußerst lecker.
Die Portionen waren insgesamt eher überschaubar. Der Nachtisch war ebenfalls gut, hat uns aber auch nicht umgehauen. Am Ende haben wir zu viert rund 300 € (ohne Wein) bezahlt.
Gerade weil wir uns auf einen besonderen Abend gefreut haben und eigentlich etwas zu feiern hatten, ist es umso enttäuschender, wenn schon beim Aperitif – eigentlich der einfachste Teil eines Restaurantbesuchs – so signifikant daneben gegriffen wird und danach auch im Service keine wirkliche Reaktion erfolgt, um das Problem erfolgreich zu lösen. Unterm Strich merkt man, dass hier viel vom TV-Namen des Kochs gelebt werden möchte. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hat für uns leider nicht gestimmt.
Ich persönlich würde nicht noch einmal hingehen und Bekannten würde ich es tendentiell auch eher nicht weiterempfehlen.
- Vorspeisen7
- Ambiente8
- Gin Tonic2
- Service2
- Steak4